AG Klimaschutz

Arbeitsgruppenleiter ist Hans-Jürgen Schlegel aus Döbeln. Langjähriger Referent Klimaschutz im Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie.

Arbeitsgruppenmitglieder sind: Dieter Rappenhöner (Dipl.-Geograph) aus Plauen, Matthias Gehling (Dipl.-Ing.) vom Ingenieurbüro für Erneuerbare Energien Leipzig und Geschäftsstellenleiter des VEE Sachsen Dresden sowie Michael Winkler (Vorstandsvorsitzender Klimaschutz Sachsen e.V.)

Ansprechpartner ist:
Hans-Jürgen Schlegel
Lommatzscher Straße 20
04720 Döbeln

Tel.: 03431 701279
Mobil: 0177 4541681
Mail: Schlegel-doebeln@t-online.de


Bekommen wir die Klimakrise noch in den Griff?

Mitte Juli hielt Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimaforschung in Dresden einen viel beachteten Vortrag unter dem Titel „Neue Daten zur Klimaforschung: Bekommen wir die Klimakrise noch in den Griff?“. Hans-Jürgen Schlegel war mit dabei und hat zum Vortrag einen Nachtag geschrieben.

Dieser kann hier nachgelesen werden:  „Nachtrag zum Vortrag von Prof. Stefan Rahmstorf (PIK) am 18.07.2017“ (pdf, 634KB)


Klimaerwärmung – Energiewende: Welche Zusammenhänge bestehen?

Im Herbst 2015 prognostizierten wir in einem Beitrag für den Klimaschutz Sachsen e.V., dass das Jahr 2015 auf einen globalen Temperaturrekord zu marschiert. Anhand der bis dato vorliegenden monatlichen Temperaturdaten, konnten wir ziemlich sicher sein, dass sich die Prognose in Realität umschlagen würde. Mitte Januar 2016 waren alle Zweifel verflogen, als NASA und NOAA in einer gemeinsamen Presseerklärung verkündeten, dass 2015 als das bisher global wärmste Jahr seit Beginn der regelmäßigen Messungen 1880 ermittelt wurde. Die NASA kam auf eine positive Abweichung gegenüber dem Referenzzeitraum 1951–1980 von 0,86K [Abb. 1], und die NOAA kam auf 0,90K. Es ist nicht zu übersehen, dass die NASA-Karte den größten Teil der Erde mit roten Flächen – also für Erwärmung – aufzeigt. Nur wenige Flächen, wie die Gebiete im Osten von Kanada, einschließlich der Nordatlantik vor Südgrönland, zeigen sich mit Abkühlung.

Abb. 1: Globale Temperatur-Anomalienkarte der NASA für 2015
Abb. 1: Globale Temperatur-Anomalienkarte der NASA für 2015

Welche Besonderheiten bietet das Jahr 2015 aus klimatologischer Sicht? 2015 war ein „El Nino“-Jahr mit besonders starker Ausprägung. Der „El Nino“ gehört zu den natürlichen Klimaanomalien, die in mehrjährigem Abstand wiederkehren und dann das Wetter auf dem Planeten teils völlig durcheinander bringen. Trockenheit in Südostasien, sintflutartiger Regen in Südamerika, Dürre und gleichzeitige Überschwemmungen in Teilen von Afrika, Hitzewellen in Australien und dazu Stürme bis zur höchsten Kategorie. Der „El Nino“ von 2015 gehörte zu den stärksten seiner Art seit Beobachtungsbeginn und lässt sich gut mit dem „El Nino“ von 1997/98 vergleichen. In „El Nino“-Jahren steigen die globalen Durchschnittstemperaturen stärker an. So war das Jahr 1998 einige Zeit Spitzenreiter. Mittlerweile hält sich 1998 in der globalen Durchschnittstemperatur bestenfalls noch auf der 5. Position, denn die Jahre 2005, 2010, 2014 und 2015 folgten als neue Spitzenreiter. Die Grafik in der [Abb. 2] zeigt im gleitenden 12-Monatsmittel die Durchschnittswerte der Jahrestemperaturen seit 1880. Von den elf wärmsten Jahren fallen zehn in das 21. Jahrhundert und nur 1998 fällt in das zurückliegende 20. Jahrhundert. Fielen die bisherigen Temperaturanstiege eher moderat aus, so gab es 2015 einen regelrechten Schub, wie aus [Abb. 2] ersichtlich wird.

Abb. 2: Verlauf der globalen Temperatur seit 1880 aus NASA-Daten – Gleitender Mittelwert über zwölf Monate
Abb. 2: Verlauf der globalen Temperatur seit 1880 aus NASA-Daten – Gleitender Mittelwert über zwölf Monate

Dieses Jahr liegen noch knapp sieben Monate vor uns, und es gibt erst die Auswertungen für Januar bis April. Dennoch stehen die Signale auf einen nochmaligen globalen Temperaturrekord. Das wäre dann der dritte in Folge. Warum können wir fast so sicher sein? Januar bis April waren – global gesehen – ungewöhnlich warm mit positiven Abweichungen über 1 Kelvin. Der „El Nino“ ist zusammengebrochen und kehrt sich langsam in sein Gegenstück „La Nina“ um. Die damit verbundene Abkühlungsphase verläuft nur sehr langsam, weshalb selbst in Klimaforscherkreisen kaum Zweifel am Rekord aufkommen.

Ein völlig anderes Bild zeichnen die zahlreichen Klimaskeptiker, die besser als Klimaleugner benannt werden sollten. Stellvertretend für die Leugnung der vom Menschen maßgeblich verursachten globalen Klimaerwärmung, steht ein Europäisches Institut für Klima und Energie e.V. (EIKE e.V.), ohne Büro, aber mit einem Briefkasten in Jena (Thüringen). EIKE e.V. betreibt eine Internetseite auf welcher die tollsten Verschwörungstheorien zum Klima verbreitet und vor allem die international führenden Klimaforscher, egal ob diese aus USA, Deutschland, Schweiz, etc. herkommen, nach allen Regeln der Kunst geschmäht werden. Insbesondere in den Kommentaren zu den Internet-Beiträgen finden sich kaum sachliche Bezüge, dafür aber offene Verunglimpfungen und Beleidigungen der Forscher. Die führenden Klimaforscher des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) können ein Lied davon singen. So behaupten die Klimaleugner nicht nur, dass seit 1998 die globale Mitteltemperatur nicht mehr angestiegen sei, sondern dass es zur Abkühlung käme. Die NASA-Grafik [Abb. 2] straft solche Behauptungen Lügen. Nun könnten wir durchaus mit den falschen Klimafakten von EIKE e.V. leben, wenn diese nicht bei unseren Politikern/innen auf fruchtbaren Boden fallen würden. Gerade unter einigen sächsischen Landtagsabgeordneten verraten deren Aussagen zu Klima und Energie die geistige Nähe zu EIKE e.V.

Im Zeitraum von etwa 25.05. bis 10.06.2016 hatte sich über Deutschland ein „Tief Mitteleuropa“ eingenistet. Da die Höhenwinde fehlten, blieb das Tief ortsfest und verursachte Gewitter mit Starkregen, Hagel, Sturmböen und Tornados. Manche Orte in Deutschland wurden total verwüstet, wie z.B. die Gemeinde Braunsbach im östlichen Baden-Württemberg [Abb. 3]. Tausende Menschen verloren Hab und Gut und wären in ihrer Existenz bedroht, wenn nicht staatliche Hilfe zugesagt würde. Zu den Schäden gibt es nur erste Schätzungen, doch diese gehen in den Milliarden Euro-Bereich. Für die Betroffenen muss es das reinste Inferno gewesen sein, denn die Zerstörungen fanden innerhalb kürzester Zeit statt. In Sachsen war am letzten Maiensonntag das Gebiet um Eibenstock /Erzgebirge von einem schweren Hagelunwetter betroffen. Der Hagel lag teils bis zu einem halben Meter hoch: Einsatz des Winterdienstes im Sommer!

Abb. 3: Sintflutartiger Regen verwüstet Braunsbach (Baden-Württemberg) Quelle: Foto, Schwäbisch Hall

In Deutschland boten sich Bilder, die sonst nur aus den fernen Gebieten der Welt via Fernseher in die Wohnstuben kommen. Sofort tauchen die Fragen auf, ob diese Unwetter etwas mit dem Klimawandel zu tun hätten. Einige Meteorologen beeilten sich zu erklären, dass es sich um Wetterextreme handelt, die wenn auch selten, so doch vorkommen. Falsch können Aussagen dieser Art nicht sein, nur leider sehr undifferenziert. Unabhängig vom Klimawandel treten zu allen Zeiten extreme Wetter in der o.g. Art auf. Das liegt einfach am chaotischen Zustandekommen des Wetters. Unwetterbilder füllen die Internetseiten der Wetterkanäle zu Dutzenden. Keines dieser Bilder kann einen Beweis für den stattfinden Klimawandel liefern, braucht es auch nicht. Ein Blick auf die [Abb. 2] reicht vollstän-dig aus, um zu sehen wie die globale Temperatur steigt.

Da sehen wir den Klimawandel! Leugnen hilft nichts. Solche unerwünschten Bilder werden wir in Zukunft öfters erleben müssen. Allein in den letzten Wochen hat der DWD etwa 3.000 Unwetterwarnungen herausgegeben. Warum müssen wir mit einer Zunahme von Extremwetter rechnen? Wärmere Luft nimmt mehr Wasserdampf auf, demzufolge können aus den Wolken größere Wassermengen ausregnen. Bleiben diese ortsfest, dann wird die Sache schnell verheerend. Die Physik liefert die Grundlage, denn eine Temperaturerhöhung der Luft um 1 Kelvin führt zu rund 7% Anstieg des Wasserdampfs. Die bisherige globale Zunahme, aufgrund der Erwärmung, beträgt nach Angaben der Klimaforschung rund 5%.

Klimaleugner und Klimaskeptiker bestreiten diese Zusammenhänge und verweisen gern auf Hochwasserpegelstände oder auf niedergeschriebene Extremwetterlagen vergangener Zeiten. Die Nachfrage bei den Zeitgenossen bringt meist keinen Erkenntnisgewinn, da Extremereignisse überwältigend wirken und man so etwas noch nie erlebt hat. Für einige Ortschaften hat der DWD auch echte „Jahrhundertereignisse“ festgestellt. Der DWD hat in den letzten 15 Jahren ein vermehrtes Auftreten von Starkregen in den Stationsdaten ermittelt. Noch bedarf es weiterer Studien sowie technischer Aufrüstung, um die kleinteiligen Extremereignisse zu erfassen.

An dieser Stelle folgt der Übergang zu den Fragen der Energiewende. Es gibt wohl kaum einen Vortrag oder vergeht eine Diskussionsrunde mit Klimaschutzexperten, wo nicht die Frage nach dem Sinn der Energiewende gestellt wird. Aus politischer Sicht diente die Katastrophe im Atomkraftwerk im japanischen Fukushima im März 2011 als Auslöser. Anders wäre es auch nicht möglich gewesen, die Bundestagsabgeordneten der damaligen Koalition zu einem deutlichen „Ja“ zu bewegen. Die wahre Begründung beinhaltet die nachfolgende These:

„Die atomare Katastrophe – der GAU in Fukushima -, ausgelöst von einem Erdbeben der Stärke 9,0 ist nicht der tatsächliche Treiber der Energiewende, sondern die maßgeblich vom Menschen ausgelöste Klimaerwärmung!

Im Tagesgeschehen geht die Schwere der Aussage dieser These unter, da vor allem die Politikvertreter/innen die Energiewende lieber wieder beerdigen möchten. Einerseits möchten diese den Konflikten mit den gegnerischen Bürgerinitiativen aus dem Weg gehen, andererseits sollen die großen Energiekonzerne Unterstützung finden, denn nicht wenige finden nach dem Abschied aus der Politik lukrative Posten. Wesentlicher Inhalt der Energiewende ist der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern zur Energiebereitstellung. Wenn die heutige Klimaerwärmung in der Hauptsache auf die Emissionen von CO2 in die Atmosphäre zurückzuführen ist, dann muss es schnellstens zum Ausstieg aus der Kohle kommen. Die Weltklimakonferenz hat im Dezember 2015 die Dekarbonisierung beschlossen. Der Anstieg er Erderwärmung soll möglichst auf unter 2 Kelvin gehalten werden. Praktisch die Hälfte davon ist erreicht. In Deutschland heißt das bis 2035, die Kohleverstromung zu beenden und die Nutzung der erneuerbaren Energieträger Sonne, Windenergie, Biomasse und Wasserkraft zu einer hundertprozentigen Versorgung auszubauen. Die technologisch hochentwickelten Staaten müssen voran gehen, damit die Entwicklungs- und Schwellenländer noch etwas länger Treibhausgase emittieren können. Diese Länder tragen an der derzeitigen Klimaerwärmung kaum Schuld.

In Sachsen verweigern sich die Regierungsparteien einem Aus der klimaschädlichen Braunkohleverstromung bis etwa 2035. Stattdessen verkünden Mitglieder des Sächsischen Landtages in Pressemitteilungen, dass die Braunkohle noch mehr als 50 Jahre verstromt werden müsste und bezeichnen diese Strategie als „Brückentechnologie“.

Die globale Klimaerwärmung, die auch Deutschland nicht verschont, wie im Text beschrieben, muss an den Wurzeln angepackt werden. Zusätzlich bedarf es einem ganzen Paket an Klimaanpassungsmaßnahmen. Anpassungsmaßnahmen sind notwendig, um den bereits eingetretenen Veränderungen, z.B. Hochwassergefährdung, etc. wirksam begegnen zu können. Gleichzeitig bedarf es weiterer effektiver Maßnahmen um die kommenden, aber nicht mehr abwendbaren Klimaveränderungen mit deren Folgen aufzufangen.

Als Wissenschaftler tun wir das Notwendige, um die Gesellschaft umfassend aufzuklären; ohne überzeugte Annahme durch die Politik wird die Wirkung allerdings mehr verpuffen. Jetzt muss das Umdenken einsetzen.

Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Schlegel (Leiter der AG Klimaschutz)
Döbeln, 12.06.2016


Sachsen: Reserven bei den Erneuerbaren Energien

Hans-Jürgen Schlegel, der Leiter unserer Arbeitsgemeinschaft Klimaschutz, hat bei der Jahrestagung der Vereinigung für erneuerbare Energien Sachsen e.V. am 8. April in Dresden einen bemerkenswerten Beitrag unter dem Titel „Weltklimavertrag beschließt Dekarbonisierung“ gehalten. Zudem erarbeitete er für die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag eine Studie unter dem Titel „Stand der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Sachsen“. Darin kommt er zu dem Ergebnis, dass der Ausbau alternativer Energien im Freistaat durchaus noch über Reserven verfügt.

Hier können Sie den Vortrag und die Studie einsehen:
„Weltklimavertrag beschließt Dekarbonisierung“ (pdf, 2.2MB)
„Stand der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Sachsen“ (pdf, 1.3MB)


Wie weiter in Sachsen nach COP 21 in Paris?

Dr. Gerd Lippold, Energiepolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion Sachsen trifft Mitglieder der Verein Klimaschutz Sachsen e.V.
Foto v.l.: Dr Kay Dahlke; Georg Liskowsky; Dr Gerd Lippold; Dieter Rappenhöner.

Der Entwurf des sächsischen Klimaschutzgesetzes der sächsischen Grünen, die notwendige Überarbeitung des Landesentwicklungsplans und des Sächsischen Energie- und Klimaschutzprogramms der Staatsregierung waren die zentralen Themen eines Treffens von Dr. Gerd Lippold (Energiepolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion Sachsen) und unseres Vereins am 9. Februar bei unserem Vereinsmitglied UKA Meißen Projektentwicklung GmbH & Co. KG. Das Treffen stand unter dem Motto „Wie weiter in Sachsen nach COP 21 in Paris?“ Auf Einladung von Georg Liskowsky (stellvertretender Vorstandsvorsitzender) trafen sich in Meißen Dr. Kay Dahlke (Geschäftsführer UKA), Dieter Rappenhöner (Mitglied der Arbeitsgruppe Klimaschutz unseres Vereins) und Dr. Gerd Lippold (Energiefachmann der Grünen Fraktion im Sächsischen Landtag), um über notwendige Umsetzungsschritte des Pariser Klimaabkommens für den Freistaat Sachsen zu diskutieren. Darüber hinaus tauschte man sich in dem rund zweistündigen Gespräch über den Strukturwandel in der Lausitz, der Situation der Windenergie im Freistaat Sachsen und dem notwendigen Netzausbaus sowie der Weiterentwicklung der Energiespeicher aus. Dr. Kay Dahlke nutzte darüber hinaus die Gelegenheit, Dr. Gerd Lippold mit dem Profil des renommierten Meißener Umweltunternehmens bekannt zu machen. Breits im November 2015 gab es ein erstes Treffen zwischen Vereinsvertretern und Dr. Lippold. Zum Abschluss der aktuellen Gesprächsrunde bekräftigten alle Teilnehmer, dass es auch in Zukunft einen regen Austausch zwischen Politik und regionaler Wirtschaft geben müsse. Die regelmäßigen Kontakte sollen fortgeführt werden.


Erklärung des Vorstands zum Gipfel in Paris

Klimaschutz beginnt vor Ort

Der Klimaschutz Sachsen e.V. gegrüßt die Ergebnisse des Weltklimagipfels in Paris. Sie sind bahnbrechend für die gesamte Menschheit. In einer Erklärung des Vorstands vom 12. Dezember 2015 heißt es: „Papst Franziskus hat gleich zu Beginn der Pariser Klimakonferenz einen dramatischen Appell an die Delegierten gerichtet. Er sieht diese Konferenz als letzte Chance der Menschheit, eine globale Umweltkatastrophe noch abwenden zu können. Dabei geht es nicht um den natürlichen Klimawandel, dem die Erde seit Millionen Jahren in regelmäßigen Abständen und über längere Zeiträume unterworfen ist. Seit der Industrialisierung vor 300 Jahren beeinflusst der Mensch in massiver Weise die Klimaentwicklung. Es ist an der Zeit, die Nutzung fossiler Brennstoffe global einzuschränken und durch den Ausbau erneuerbarer Energien zu ersetzen. In diesem Zusammenhang gilt es, mit den natürlichen Ressourcen der Erde schonend umzugehen. Dies ist nicht nur eine globale Aufgabe, sondern beginnt bereits regional vor Ort, wofür der Klimaschutz Sachsen e.V. eintritt und arbeitet.“

Bitte weiterlesen im aktuellen Info-Letter unseres Vereins „News Klima, Umwelt, Energiewende“ vom 12./13. Dezember 2015.


Das Jahr 2015 marschiert auf Temperaturrekord zu

Nach dem globalen Rekord 2014 marschiert das Jahr 2015 erneut auf einen Temperaturrekord zu, und dieser wird höher ausfallen als im vergangenen Jahr. Angetrieben durch das Klimaphänomen „El Nino“ kommt das Wetter auf der Welt durcheinander. Trockenheit in Südostasien, sintflutartiger Regen in Südamerika, Hitzewellen in Australien und dazu Hurrikane der höchsten Stärke. In Deutschland und in Sachsen gab es den wärmsten November seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Herbstmonat war 3,5 Grad Celsius zu warm.

Erfreulich, dass die Niederschläge das Anderthalbfache des Normalen erreichten. In einigen Gegenden war es so viel, dass die Flüsse Hochwasser führten. Die Schifffahrt auf Rhein, Main, Donau und Elbe kann aufatmen. Oft genug mussten die Schiffer zwangspausieren. Im letzten Monatsdrittel kam der Schnee in die Berge. Wo dieser fehlte, bliesen die Schneekanonen. Am Monatsende kam die milde Luft zurück. Der Winter 2015 ist damit wahrscheinlich ade. Nach den Hitzeperioden des Sommers 2015 kamen zuvor die Monate September und Oktober etwas herbstlicher daher. Vor allem der Oktober zeigte wenig vom goldenen Herbst und schickte in der Monatsmitte erste Wintergrüße mit Schnee bis in Tiefland. Niederschläge beendeten die Trockenheit und der November fühlte sich spätsommerlich an.

Zwischen Wetter und Klima muss jedoch unterschieden werden. Wetter als der momentane Zustand der Atmosphäre kann ganz schön chaotisch verlaufen. Mit dem Klima erfassen wir den Mittelwert des Wettergeschehens über einen längeren Zeitraum, mindestens 30 Jahre. Genau das Klima bereitet uns jedoch Sorgen, weil es sich global fast unaufhaltsam erwärmt. Seit dem 30. November 2015 beraten Klimadiplomaten in Paris darüber, wie das Weltklima noch zu retten ist In Sachsen spielt der Klimawandel politisch nur eine untergeordnete Rolle. Sachsen setzt unverdrossen auf die klimaschädliche Kohleverstromung.
Hans-Jürgen Schlegel (Leiter der AG Klimaschutz)


Wetter, Klima und Windstromerzeugung in Sachsen

Wird 2015 das heißeste Jahr in Sachsen?

Das Jahr 2015 war bisher im Vergleich zu vergangenen Jahren zu warm. Der Monat Juli lag mit durchschnittlich 20,1 Grad deutlich über dem Durchschnitt von 17,2 Grad und damit über dem Bundesdurchschnitt, geht aus der jüngsten Studie zu Klima, Wetter und Stromerträgen von Hans-Jürgen Schlegel, Leiter der AG Klimaschutz unseres Vereins hervor.

„Der Erwärmungstrend, der bereits für Deutschland festgestellt wurde, gilt auch in Sachsen ungebrochen“, erklärt Schlegel. „Damit ist ein Temperaturrekord am Jahresende nicht ausgeschlossen“. Was bedeuten würde, dass 2015 möglicherweise das wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturmessungen sein könnte.

Für Juli ermittelt die Studie 269 Stunden Sonnenschein im Freistaat, bei einem bisherigen Durchschnittswert von 210 Stunden. Dresden konnte zehn, Leipzig acht Tropentage verzeichnen, bei denen das Thermometer 30 und mehr Grad anzeigte. Schlegel weist allerdings noch auf einen anderen Aspekt hin: „Das Juliwetter fuhr regelrecht Achterbahn von extrem heiß bis zu ungewöhnlicher Julikühle gegen Monatsende.“ Dieser Entwicklung habe sich ja auch im August fortgesetzt, so dass man gespannt auf die nächsten Auswertungen sein darf. Insgesamt zeigt sich der Leiter der AG Klimaschutz besorgt über das offenbar zunehmende Extremwetter und die Wetterkapriolen in Sachsen.

Die Studie „Klima, Wetter, Stromerträge Sachsen Juli 2015“ finden Sie auf dieser Seite unter der Überschrift „Jahres-Studien“.


Klima- und Wetterwarnung 2015 für Sachsen

Temperaturrekord und Trockenheit drohen

Hans-Juergen Schlegel
Hans-Jürgen Schlegel

In Analysen zum Wetter und Klima des ersten Quartals 2015 warnt Hans-Jürgen Schlegel, Leiter der AG Klimaschutz unseres Vereins, vor erneuten Kapriolen in diesem Jahr: „Ein weiterer globaler Temperaturrekord 2015 ist nicht auszuschließen. Das erste Vierteljahr 2015 war, so berichtet Schlegel weiter, weltweit das wärmste seit 1880 und in Sachsen das drittwärmste seit 1881. Die Temperaturen lagen nur 2002 und 2010 höher. „Es besteht kein Zweifel unter den Klimaforschern, dass die steigende CO2-Konzentration in der Atmosphäre zum globalen Anstieg der Temperaturen führt.“ Erstmals wurden im ersten Vierteljahr 2015 in allen weltweit verteilten Messstellen eine CO2-Konzentration größer als 400 ppmV (400 CO2-Moleküle auf 1.000.000 Luftmoleküle) gemessen. Schlegel stellt fest: „Es besteht kein Zweifel daran, dass 2015 das erste Jahr weltweit mit einer über 400 ppmV liegenden Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre sein wird.“ Gegenüber der vorindustriellen Zeit bedeutet das einen Anstieg auf rund 143%.

Sowohl in Deutschland als auch in Sachsen war der April der siebente April in Folge, in dem zu geringe Niederschläge auftraten.“ Das sei eine „bedenkliche Entwicklung“; zudem seien die Niederschläge in Sachsen äußerst ungleichmäßig verteilt.

Umso wichtiger sei es, erneuerbare Energien und dabei besonders Windenergieanlagen als wichtige Alternative zur Energiegewinnung zügig auszubauen und die energetische Nutzung vor allem von Kohle schrittweise zu reduzieren.

Den Monatsbericht April 2015 können Sie hier herunterladen (pdf, 1,5 MB); während die zugehörigen Tabellen und Analyse können Sie hier lesen (pdf, 373KB). Den Vortrag „Klimawandel–Atomausstieg–Energiewende“ mit ausführlichen Informationen zu Wetter und Klima sowie zur Auswertung der Windstromerzeugung finden Sie unten.


 Vortrag „Klimawandel–Atomausstieg–Energiewende“ (pdf, 2MB)


 Vortrag „Stand der Windenergie in Sachsen“ (pdf, 2.2MB)